Zufriedene Mitarbeiter leisten mehr!

von | 8. Dez. 2020 | Kompakt & Konkret

Seit 2001 untersucht das Gallup-Institut jährlich den Grad der emotionalen Bindung der Arbeitnehmer in Deutschland. Laut der aktuellen Studie machen die meisten nur Dienst nach Vorschrift.

Derzeit haben lediglich 15 Prozent der Beschäftigten eine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Die Mehrheit (69 Prozent) fühlt sich nur wenig gebunden und macht Dienst nach Vorschrift. Bei den restlichen 16 Prozent und damit bei fast sechs Millionen Beschäftigten besteht gar keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen – sie haben bereits innerlich gekündigt.

Wer nun glaubt, um die innerlich Gekündigten sei es nicht schade, sie könnten ruhig weiter ziehen, der irrt. Marco Nink, Regional Lead Research & Analytics EMEA von Gallup: „Oft sind unter diesen Mitarbeitern viele fähige Personen, die man nicht verlieren möchte – zum Beispiel Talente, Leistungsträger oder Fachexperten. Innere Kündigung ist immer das Ergebnis schlechter Führung und im Unternehmen ein hausgemachtes Problem.“ Die Ergebnisse sind laut Gallup repräsentativ für Arbeitnehmer in Deutschland.

Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass sie diejenigen sind, die durch ihr Verhalten einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Denn emotionale Bindung wird im unmittelbaren Arbeitsumfeld erzeugt, kommentiert Marco Nink die Zahlen.

Wie sieht das nun in Arztpraxen aus? Werden Praxismitarbeiter*innen gefragt, welche Faktoren für die Zufriedenheit wichtig sind und sie an eine Praxis binden, dann sind das ihre Prioritäten:

  1. Klare Aufgaben- u. Verantwortungsstrukturen
  2. Verantwortung und Eigenständigkeit
  3. Pünktliche Arbeitszeiten
  4. Wertschätzung des/r Chefs
  5. „Abgestimmte“ Chefs
  6. Karrieremöglichkeit
  7. Harmonie im Team
  8. Zufriedene Patienten
  9. Gutes Einkommen

Das Einkommen ist es also nicht. Es ist auch hier die Unternehmenskultur und sie wird von den Führungskräften einer Praxis entscheidend geprägt.

Eine anonyme IFABS*-Mitarbeiterbefragung (Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung, Düsseldorf) kann Ihnen zeigen, wie hoch die Zufriedenheit und die Teamqualität in Ihrer Praxis wirklich sind. Neben der Gesamtzufriedenheit, werden Ergebnisse zu allen wichtigen Praxissituationen und der sogenannte Team-Quality-Score (TQS) dargestellt.

Ein Score von über 80 Prozent bedeutet:

  • Alle Mitarbeiter*innen sind mit der Praxis identifiziert – das Engagement ist hoch.
  • Es kommt zu weniger Fehlern und Missverständnissen.
  • Ärzte werden vom nicht-medizinischen Tagesgeschäft kaum beansprucht.
  • Es fallen weniger Überstunden an.
  • Die Fehlzeiten sind gering.
  • Die Mitarbeiterfluktuation ist niedrig,
  • Die Praxis ist für andere gute MFA interessant.

Bei einem TQS von über 80 Prozent ist die Stress-belastung für alle kleiner und der finanzielle Gewinn höher! Denn hohes Engagement, geringe Fehlzeiten und niedrige Fluktuation haben einen positiven Einfluss auf das wirtschaftliche Ergebnis.

Jede Arztpraxis fragt sich täglich:
„Was können wir für unsere Patienten tun, damit es ihnen gut geht?“

Viele Arztpraxen, die ich kennenlernen durfte, fragen sich auch:
„Was können wir für unsere Mitarbeiter*innen tun, damit es ihnen bei uns gut geht?“ 

Diese Arztpraxen formulieren offen den Anspruch, dass ihr Team gerne zur Arbeit kommt und mit Freude zusammen arbeitet.

Und so gelingt es: Als Führungskraft sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie eine hohe Teamqualität erreichen, wenn sie ihre Mitarbeiter*innen gleichermaßen fördern und fordern.

Fördern:

  • Mitarbeiter loben, anerkennen + wertschätzen.
  • Weiterbildung anbieten.
  • Eigenverantwortliches Handeln unterstützen.
  • Ein Angenehmes Arbeitsklima schaffen.
  • Ressourcen für gute Leistung bereitstellen.
  • Nicht überfordern und nicht unterfordern.
  • Mitarbeiter individuell und situativ führen.

Fordern:

  • Quantitative & qualitative Ziele definieren.
  • Weiterbildung einfordern.
  • Arbeitsanweisungen, Checklisten, Besprechungsprotokolle sind verbindlich.
  • Konstruktives Fehlermanagement.
  • Konstruktiv Kritisieren.
  • Leistung bewerten.
  • Verlässliche Kommunikationsstrukturen schaffen – u.a. regelmäßige Team-besprechungen und Mitarbeitergespräche.

Es ist erwiesen, wenn Mitarbeiter*innen zufriedener werden, werden sie auch kreativer und produktiver. Hieraus resultiert für die Führungskräfte sowohl ein humaner als auch ein wirtschaftlicher Auftrag.

Für Beratungen zum Thema „Personal“ können auch interessante Fördergelder in Anspruch genommen werden. Vereinbaren Sie gerne ein Informationsgespräch: Bitte hier klicken!